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Essverhalten-Check: Hinweise auf eine Essstörung bei Jugendlichen

Ob dein Essverhalten auf eine Essstörung hindeuten kann, zeigt sich daran, wie stark Essen, Figur und Gewicht deine Gedanken, deine Stimmung und deinen Alltag bestimmen. Dieser Check fragt das mit 13 Fragen ab und ordnet deine Antworten in vier Stufen ein. Eine Diagnose ist das nicht, sie stellen nur Fachleute.

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Essverhalten-Check für Jugendliche

12 Fragen · 1 Zusatzfrage · etwa 3 Minuten · in den letzten vier Wochen

  1. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Im Unterricht, beim Lernen oder bei meinem Hobby sind meine Gedanken immer wieder zu Essen, Kalorien oder meinem Körper abgeschweift.
  2. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Ich habe beim Frühstück, in der Pause oder beim Abendessen bewusst nichts oder kaum etwas gegessen, damit ich nicht zunehme.
  3. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Ich hatte feste Regeln, welche Lebensmittel ich essen darf und welche verboten sind, und habe mich mies gefühlt, wenn ich eine Regel gebrochen habe.
  4. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Bei Familienessen, in der Mensa oder mit Freunden habe ich mich um das Essen gedrückt, weil niemand sehen sollte, was oder wie viel ich esse.
  5. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Ich habe in kurzer Zeit sehr viel gegessen und konnte nicht aufhören, obwohl ich es wollte.
  6. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Ich habe heimlich gegessen oder Essen in meinem Zimmer versteckt.
  7. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Nach dem Essen hatte ich so starke Schuldgefühle, dass ich das Gegessene am liebsten irgendwie rückgängig gemacht hätte.
  8. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Ich habe mehr Sport gemacht, als mir guttat, und war unruhig oder gereizt, wenn ein Training ausgefallen ist.
  9. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Ob ich einen guten oder schlechten Tag hatte, hing vor allem davon ab, wie ich aussah oder was ich gegessen hatte.
  10. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Ich habe meinen Körper im Spiegel, auf Fotos oder auf der Waage immer wieder kontrolliert, oder ich habe Spiegel und Fotos ganz vermieden.
  11. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Wenn mich jemand auf mein Essen angesprochen hat, habe ich abgewiegelt oder geflunkert.
  12. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Wegen Essen oder meiner Figur habe ich Treffen, Hobbys oder Ausflüge ausgelassen.
  13. Wie oft kam das in den letzten vier Wochen bei dir vor?Ich hatte Gedanken, dass es besser wäre, nicht mehr da zu sein, oder dass ich mir etwas antun könnte.

Deine Antworten bleiben in diesem Browser. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Grundlage: Eigener Check von check-dich-selbst.de, kein validierter Fragebogen; Inhaltsbereiche nach den Warnzeichen für Essstörungen laut BIÖG.

So wird ausgewertet

Viele suchen nach einem Essstörung-Test für Jugendliche, weil sie unsicher sind, ob ihr Essverhalten noch normal ist. Dieser Check hat 13 Fragen und bezieht sich auf die letzten vier Wochen. Bei jeder Frage wählst du, wie oft das bei dir vorkam: nie (0 Punkte), selten (1), manchmal (2), oft (3) oder sehr oft (4). Zwölf Fragen gehen in die Punktzahl ein, du kommst also auf 0 bis 48 Punkte. Je mehr Punkte, desto mehr Raum nehmen Essen, Figur und Kontrolle gerade in deinem Leben ein.

Zwei Fragen haben zusätzlich eine eigene Warnung: die Frage nach ausgelassenen Mahlzeiten, damit du nicht zunimmst, und die Frage nach dem Drang, Gegessenes wieder rückgängig zu machen. Wählst du dort "oft" oder "sehr oft", zeigt dir der Check einen Hinweis auf Beratung, auch wenn deine Punktzahl insgesamt niedrig ist. Die letzte Frage fragt nach Gedanken, nicht mehr leben zu wollen. Sie zählt nicht zur Punktzahl. Wählst du dort etwas anderes als "nie", siehst du sofort Nummern, unter denen du heute noch mit jemandem reden kannst.

PunkteEinordnungWas das bedeutet
0 bis 11Kaum HinweiseEssen und Figur spielen in deinem Alltag eine normale Rolle.
12 bis 23Einige HinweiseManches beschäftigt dich mehr, als dir guttut. Beobachte, ob es mehr wird.
24 bis 35Deutliche HinweiseEssen, Figur und Kontrolle bestimmen viele deiner Tage. Lass dich beraten.
36 bis 48Starke HinweiseDas Thema beherrscht deinen Alltag. Hol dir bald Unterstützung.

Die Grenzen folgen der Antwortskala. Wer bei allen zwölf Fragen "selten" wählt, kommt auf 12 Punkte, bei "manchmal" auf 24 und bei "oft" auf 36. Die Stufen beginnen genau an diesen Punkten. Ab 24 Punkten lag deine Antwort also im Schnitt mindestens bei "manchmal". Normwerte aus einer Vergleichsgruppe gibt es für diesen Check nicht.

Was der Check misst

Die Fragen greifen die Warnzeichen auf, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) für Essstörungen nennt. Dazu gehören ständige Diäten und strenge Regeln beim Essen, Essanfälle mit Kontrollverlust, heimliches Essen und das Meiden von Mahlzeiten mit anderen. Auch übertriebener Sport zählt dazu. Genannt werden außerdem Schuld- und Schamgefühle nach dem Essen, ein Selbstwert, der stark vom Aussehen abhängt, und der Rückzug von Freunden und Hobbys [1]. Der Check fragt nach deinem Verhalten und deinen Gefühlen. Nach deinem Gewicht fragt er bewusst nicht.

Der Essverhalten-Check ist ein eigener Check von check-dich-selbst.de und kein validierter Fragebogen. Er wurde nicht an einer Stichprobe erprobt und kann keine Essstörung feststellen. Er hilft dir, dein Essverhalten der letzten Wochen ehrlich anzuschauen und Worte dafür zu finden. Das Ergebnis kannst du in ein Gespräch mit einer Vertrauensperson, in die Beratung oder in die Arztpraxis mitnehmen.

Grenzen des Tests

Ein Fragebogen sieht nur, was du angibst. Wenn du beim Antworten gezögert hast oder dir eine Antwort "zu viel" vorkam, nimm das ernst. Umgekehrt heißt ein höherer Wert nicht automatisch, dass du krank bist. Eine anstrengende Phase mit Prüfungen oder Liebeskummer kann dein Essverhalten für eine Weile durcheinanderbringen.

Einzelne Anzeichen ergeben keine Diagnose [1]. Die Diagnose stellen Fachärztinnen und Fachärzte, zum Beispiel für Kinder- und Jugendpsychiatrie, und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Erfahrung bei Essstörungen [3]. Wenn dich vor allem dein Aussehen beschäftigt und weniger das Essen, lies den Ratgeber Körperbild und Social Media. Ob dahinter vor allem Zweifel an dir selbst stecken, kannst du mit dem Selbstwert-Check prüfen.

Wann du dir Unterstützung holen solltest

Hol dir Hilfe, wenn du in einer der beiden oberen Stufen landest, wenn eine der Warnungen erscheint oder wenn du merkst, dass sich deine Gedanken ständig ums Essen drehen. Je früher eine Essstörung behandelt wird, desto besser sind die Chancen. Das IQWiG schreibt, dass eine Behandlung den meisten Betroffenen nachhaltig hilft, vor allem wenn sie früh beginnt [7].

Eine erste Anlaufstelle ist deine Kinder- und Jugendarztpraxis oder Hausarztpraxis. Dort kann ein erster Verdacht geklärt werden, und du bekommst bei Bedarf eine Überweisung [3]. Du kannst dich auch direkt an eine psychotherapeutische Praxis wenden. Für das erste Gespräch in der Sprechstunde brauchst du keine Überweisung [9]. Bei Kindern und Jugendlichen wird die Familie in der Behandlung in der Regel einbezogen [7].

Anonym geht es bei der Telefonberatung Essstörungen des BIÖG. Dort beraten Fachleute Betroffene, Angehörige und alle, die erste Anzeichen bemerken. Das Gespräch ist vertraulich, auf Wunsch anonym, und die Beraterinnen und Berater stehen unter Schweigepflicht. Du bekommst auch Adressen von Anlaufstellen in deiner Nähe [4]. Nummer und Zeiten stehen auf unserer Seite Hilfe finden. Wenn du lieber mit jemandem über alles reden willst, erreichst du die Nummer gegen Kummer unter 116 111, Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr.

Du musst deine Eltern nicht zuerst fragen, um dich beraten zu lassen. Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz haben Kinder und Jugendliche Anspruch auf Beratung ohne Kenntnis der Eltern, solange die Mitteilung an die Eltern den Zweck der Beratung vereiteln würde [10]. Wie das praktisch geht, steht im Ratgeber Hilfe holen ohne die Eltern.

Woran man eine Essstörung erkennen kann

Am Gewicht allein erkennt man eine Essstörung nicht zuverlässig. Laut BIÖG sieht man vielen Betroffenen die Erkrankung nicht an, und viele haben Normalgewicht. Das gilt besonders bei Bulimie, bei Mischformen mit Essanfällen und strengen Diäten im Wechsel und bei Jungen und Männern [2]. Wichtiger als die Figur sind die anderen Anzeichen: wie sehr Essen und Körper die Gedanken beherrschen und was jemand tut, um das Gewicht zu kontrollieren.

Junge Frau um die achtzehn deckt mittags mit ihrer Mutter den Küchentisch mit Salat und Brot
Bild: KI-generiert

Bei Jungen wird eine Essstörung häufig nicht oder erst spät erkannt, oft denkt niemand daran. Betroffene Jungen streben eher einen muskulösen Körper an als einen dünnen und fallen deshalb seltener durch extreme Magerkeit auf [11]. Auch die Grenzen zwischen Magersucht, Bulimie und Binge-Eating sind fließend [12]. Mischformen kommen mindestens so häufig vor wie die reinen Formen [5].

Wie häufig sind Essstörungen bei Jugendlichen?

Magersucht beginnt meist in der frühen Jugend oder Pubertät. Bulimie und Binge-Eating-Störung beginnen eher in der späten Jugend oder im jungen Erwachsenenalter [5]. Das IQWiG schätzt, dass in Deutschland etwa 4 von 1.000 Mädchen und jungen Frauen eine Magersucht haben. Bei Jungen ist sie deutlich seltener, wird aber vermutlich unterschätzt [7].

Wie verbreitet Warnzeichen sind, hat das Robert Koch-Institut in der KiGGS-Studie untersucht. In der zweiten Erhebungswelle von 2014 bis 2017 zeigten 19,8 Prozent der 11- bis 17-Jährigen Symptome einer Essstörung in einem kurzen Suchfragebogen. Das waren 2,8 Prozentpunkte weniger als in der ersten Erhebung. Der Rückgang betraf vor allem Jungen zwischen 11 und 13 Jahren. Bei den 14- bis 17-Jährigen und besonders bei Mädchen blieb das Risiko vergleichbar hoch. Emotionale Probleme, wenig Zusammenhalt in der Familie, wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Gefühl, zu dick oder zu dünn zu sein, erhöhten das Risiko [6]. Solche Symptome sind keine Diagnose.

Wenn du dir um eine Freundin oder einen Freund Sorgen machst

Vielleicht machst du den Check gar nicht für dich. Das BIÖG rät, eine vermutete Essstörung offen anzusprechen und dabei von dir zu erzählen: was dir aufgefallen ist und warum du dir Sorgen machst. Vorwürfe, Warnungen und Drohungen helfen nicht, und Essen, Gewicht und Figur sollten nicht im Mittelpunkt stehen. Ermutige die Person zu einer Beratung, ohne sie zu drängen, und biete an, sie zu begleiten [8]. Wenn jemand schwer krank wirkt oder davon spricht, sich etwas anzutun, hol sofort ärztliche Hilfe [8]. Erzähl einer erwachsenen Vertrauensperson davon, damit du das nicht allein tragen musst. Für Erwachsene gibt es auf ernaehrung.check-dich-selbst.de den Körperbild-Selbsttest.

Zwei junge Frauen um die achtzehn sitzen in der Mittagspause auf Steinstufen, essen Brote und unterhalten sich ruhig
Bild: KI-generiert
  1. Behörde Was sind mögliche Krankheitszeichen?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  2. Behörde Welche Rolle spielt das Gewicht?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  3. Behörde Wer stellt die Diagnose?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  4. Behörde Telefonberatung. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  5. Behörde Wie häufig sind Essstörungen? / Misch- und Sonderformen. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  6. Studie Cohrdes C, Göbel K, Schlack R, Hölling H: Essstörungssymptome bei Kindern und Jugendlichen: Häufigkeiten und Risikofaktoren. Ergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. Bundesgesundheitsblatt 62(10), 1195 bis 1204. Robert Koch-Institut, Springer. Stand 2019. abgerufen am 28.10.2026
  7. Behörde Magersucht (Anorexie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 23.07.2025. abgerufen am 28.10.2026
  8. Behörde Was können Angehörige und Andere tun?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  9. Behörde Psychotherapie. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  10. Gesetz Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII), § 8 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Abs. 3. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 28.10.2026
  11. Behörde Wie bedeutsam ist das Geschlecht?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
  12. Behörde Misch- und Sonderformen. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

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