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Essverhalten-Check: Hinweise auf eine Essstörung bei Jugendlichen
Ob dein Essverhalten auf eine Essstörung hindeuten kann, zeigt sich daran, wie stark Essen, Figur und Gewicht deine Gedanken, deine Stimmung und deinen Alltag bestimmen. Dieser Check fragt das mit 13 Fragen ab und ordnet deine Antworten in vier Stufen ein. Eine Diagnose ist das nicht, sie stellen nur Fachleute.
Selbsttest
Essverhalten-Check für Jugendliche
12 Fragen · 1 Zusatzfrage · etwa 3 Minuten · in den letzten vier Wochen
- Du hast angegeben, oft Mahlzeiten auszulassen, damit du nicht zunimmst. Das kann ein Warnzeichen für eine Essstörung sein, auch wenn deine Punktzahl insgesamt niedrig ist. Sprich mit einer Vertrauensperson oder ruf die Telefonberatung Essstörungen an. Die Nummer steht auf der Seite Hilfe finden.
- Du hast angegeben, nach dem Essen oft den Drang zu haben, das Gegessene rückgängig zu machen. Das kann ein Warnzeichen für eine Essstörung sein, auch wenn deine Punktzahl insgesamt niedrig ist. Sprich mit einer Vertrauensperson oder ruf die Telefonberatung Essstörungen an. Die Nummer steht auf der Seite Hilfe finden.
- Du hast Gedanken angegeben, nicht mehr da sein zu wollen oder dir etwas anzutun. Das ist unabhängig von deiner Punktzahl ein Grund, heute noch mit jemandem zu sprechen. Die Nummer gegen Kummer erreichst du unter 116 111, die Telefonseelsorge rund um die Uhr.
Deine Antworten bleiben in diesem Browser. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Grundlage: Eigener Check von check-dich-selbst.de, kein validierter Fragebogen; Inhaltsbereiche nach den Warnzeichen für Essstörungen laut BIÖG.
So wird ausgewertet
Viele suchen nach einem Essstörung-Test für Jugendliche, weil sie unsicher sind, ob ihr Essverhalten noch normal ist. Dieser Check hat 13 Fragen und bezieht sich auf die letzten vier Wochen. Bei jeder Frage wählst du, wie oft das bei dir vorkam: nie (0 Punkte), selten (1), manchmal (2), oft (3) oder sehr oft (4). Zwölf Fragen gehen in die Punktzahl ein, du kommst also auf 0 bis 48 Punkte. Je mehr Punkte, desto mehr Raum nehmen Essen, Figur und Kontrolle gerade in deinem Leben ein.
Zwei Fragen haben zusätzlich eine eigene Warnung: die Frage nach ausgelassenen Mahlzeiten, damit du nicht zunimmst, und die Frage nach dem Drang, Gegessenes wieder rückgängig zu machen. Wählst du dort "oft" oder "sehr oft", zeigt dir der Check einen Hinweis auf Beratung, auch wenn deine Punktzahl insgesamt niedrig ist. Die letzte Frage fragt nach Gedanken, nicht mehr leben zu wollen. Sie zählt nicht zur Punktzahl. Wählst du dort etwas anderes als "nie", siehst du sofort Nummern, unter denen du heute noch mit jemandem reden kannst.
| Punkte | Einordnung | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| 0 bis 11 | Kaum Hinweise | Essen und Figur spielen in deinem Alltag eine normale Rolle. |
| 12 bis 23 | Einige Hinweise | Manches beschäftigt dich mehr, als dir guttut. Beobachte, ob es mehr wird. |
| 24 bis 35 | Deutliche Hinweise | Essen, Figur und Kontrolle bestimmen viele deiner Tage. Lass dich beraten. |
| 36 bis 48 | Starke Hinweise | Das Thema beherrscht deinen Alltag. Hol dir bald Unterstützung. |
Die Grenzen folgen der Antwortskala. Wer bei allen zwölf Fragen "selten" wählt, kommt auf 12 Punkte, bei "manchmal" auf 24 und bei "oft" auf 36. Die Stufen beginnen genau an diesen Punkten. Ab 24 Punkten lag deine Antwort also im Schnitt mindestens bei "manchmal". Normwerte aus einer Vergleichsgruppe gibt es für diesen Check nicht.
Was der Check misst
Die Fragen greifen die Warnzeichen auf, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) für Essstörungen nennt. Dazu gehören ständige Diäten und strenge Regeln beim Essen, Essanfälle mit Kontrollverlust, heimliches Essen und das Meiden von Mahlzeiten mit anderen. Auch übertriebener Sport zählt dazu. Genannt werden außerdem Schuld- und Schamgefühle nach dem Essen, ein Selbstwert, der stark vom Aussehen abhängt, und der Rückzug von Freunden und Hobbys [1]. Der Check fragt nach deinem Verhalten und deinen Gefühlen. Nach deinem Gewicht fragt er bewusst nicht.
Der Essverhalten-Check ist ein eigener Check von check-dich-selbst.de und kein validierter Fragebogen. Er wurde nicht an einer Stichprobe erprobt und kann keine Essstörung feststellen. Er hilft dir, dein Essverhalten der letzten Wochen ehrlich anzuschauen und Worte dafür zu finden. Das Ergebnis kannst du in ein Gespräch mit einer Vertrauensperson, in die Beratung oder in die Arztpraxis mitnehmen.
Grenzen des Tests
Ein Fragebogen sieht nur, was du angibst. Wenn du beim Antworten gezögert hast oder dir eine Antwort "zu viel" vorkam, nimm das ernst. Umgekehrt heißt ein höherer Wert nicht automatisch, dass du krank bist. Eine anstrengende Phase mit Prüfungen oder Liebeskummer kann dein Essverhalten für eine Weile durcheinanderbringen.
Einzelne Anzeichen ergeben keine Diagnose [1]. Die Diagnose stellen Fachärztinnen und Fachärzte, zum Beispiel für Kinder- und Jugendpsychiatrie, und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Erfahrung bei Essstörungen [3]. Wenn dich vor allem dein Aussehen beschäftigt und weniger das Essen, lies den Ratgeber Körperbild und Social Media. Ob dahinter vor allem Zweifel an dir selbst stecken, kannst du mit dem Selbstwert-Check prüfen.
Wann du dir Unterstützung holen solltest
Hol dir Hilfe, wenn du in einer der beiden oberen Stufen landest, wenn eine der Warnungen erscheint oder wenn du merkst, dass sich deine Gedanken ständig ums Essen drehen. Je früher eine Essstörung behandelt wird, desto besser sind die Chancen. Das IQWiG schreibt, dass eine Behandlung den meisten Betroffenen nachhaltig hilft, vor allem wenn sie früh beginnt [7].
Eine erste Anlaufstelle ist deine Kinder- und Jugendarztpraxis oder Hausarztpraxis. Dort kann ein erster Verdacht geklärt werden, und du bekommst bei Bedarf eine Überweisung [3]. Du kannst dich auch direkt an eine psychotherapeutische Praxis wenden. Für das erste Gespräch in der Sprechstunde brauchst du keine Überweisung [9]. Bei Kindern und Jugendlichen wird die Familie in der Behandlung in der Regel einbezogen [7].
Anonym geht es bei der Telefonberatung Essstörungen des BIÖG. Dort beraten Fachleute Betroffene, Angehörige und alle, die erste Anzeichen bemerken. Das Gespräch ist vertraulich, auf Wunsch anonym, und die Beraterinnen und Berater stehen unter Schweigepflicht. Du bekommst auch Adressen von Anlaufstellen in deiner Nähe [4]. Nummer und Zeiten stehen auf unserer Seite Hilfe finden. Wenn du lieber mit jemandem über alles reden willst, erreichst du die Nummer gegen Kummer unter 116 111, Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr.
Du musst deine Eltern nicht zuerst fragen, um dich beraten zu lassen. Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz haben Kinder und Jugendliche Anspruch auf Beratung ohne Kenntnis der Eltern, solange die Mitteilung an die Eltern den Zweck der Beratung vereiteln würde [10]. Wie das praktisch geht, steht im Ratgeber Hilfe holen ohne die Eltern.
Woran man eine Essstörung erkennen kann
Am Gewicht allein erkennt man eine Essstörung nicht zuverlässig. Laut BIÖG sieht man vielen Betroffenen die Erkrankung nicht an, und viele haben Normalgewicht. Das gilt besonders bei Bulimie, bei Mischformen mit Essanfällen und strengen Diäten im Wechsel und bei Jungen und Männern [2]. Wichtiger als die Figur sind die anderen Anzeichen: wie sehr Essen und Körper die Gedanken beherrschen und was jemand tut, um das Gewicht zu kontrollieren.

Bei Jungen wird eine Essstörung häufig nicht oder erst spät erkannt, oft denkt niemand daran. Betroffene Jungen streben eher einen muskulösen Körper an als einen dünnen und fallen deshalb seltener durch extreme Magerkeit auf [11]. Auch die Grenzen zwischen Magersucht, Bulimie und Binge-Eating sind fließend [12]. Mischformen kommen mindestens so häufig vor wie die reinen Formen [5].
Wie häufig sind Essstörungen bei Jugendlichen?
Magersucht beginnt meist in der frühen Jugend oder Pubertät. Bulimie und Binge-Eating-Störung beginnen eher in der späten Jugend oder im jungen Erwachsenenalter [5]. Das IQWiG schätzt, dass in Deutschland etwa 4 von 1.000 Mädchen und jungen Frauen eine Magersucht haben. Bei Jungen ist sie deutlich seltener, wird aber vermutlich unterschätzt [7].
Wie verbreitet Warnzeichen sind, hat das Robert Koch-Institut in der KiGGS-Studie untersucht. In der zweiten Erhebungswelle von 2014 bis 2017 zeigten 19,8 Prozent der 11- bis 17-Jährigen Symptome einer Essstörung in einem kurzen Suchfragebogen. Das waren 2,8 Prozentpunkte weniger als in der ersten Erhebung. Der Rückgang betraf vor allem Jungen zwischen 11 und 13 Jahren. Bei den 14- bis 17-Jährigen und besonders bei Mädchen blieb das Risiko vergleichbar hoch. Emotionale Probleme, wenig Zusammenhalt in der Familie, wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Gefühl, zu dick oder zu dünn zu sein, erhöhten das Risiko [6]. Solche Symptome sind keine Diagnose.
Wenn du dir um eine Freundin oder einen Freund Sorgen machst
Vielleicht machst du den Check gar nicht für dich. Das BIÖG rät, eine vermutete Essstörung offen anzusprechen und dabei von dir zu erzählen: was dir aufgefallen ist und warum du dir Sorgen machst. Vorwürfe, Warnungen und Drohungen helfen nicht, und Essen, Gewicht und Figur sollten nicht im Mittelpunkt stehen. Ermutige die Person zu einer Beratung, ohne sie zu drängen, und biete an, sie zu begleiten [8]. Wenn jemand schwer krank wirkt oder davon spricht, sich etwas anzutun, hol sofort ärztliche Hilfe [8]. Erzähl einer erwachsenen Vertrauensperson davon, damit du das nicht allein tragen musst. Für Erwachsene gibt es auf ernaehrung.check-dich-selbst.de den Körperbild-Selbsttest.

- Behörde Was sind mögliche Krankheitszeichen?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Welche Rolle spielt das Gewicht?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Wer stellt die Diagnose?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Telefonberatung. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Wie häufig sind Essstörungen? / Misch- und Sonderformen. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Cohrdes C, Göbel K, Schlack R, Hölling H: Essstörungssymptome bei Kindern und Jugendlichen: Häufigkeiten und Risikofaktoren. Ergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. Bundesgesundheitsblatt 62(10), 1195 bis 1204. Robert Koch-Institut, Springer. Stand 2019. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Magersucht (Anorexie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 23.07.2025. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Was können Angehörige und Andere tun?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Psychotherapie. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Gesetz Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII), § 8 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Abs. 3. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Wie bedeutsam ist das Geschlecht?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Misch- und Sonderformen. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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